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Beuerner „Ossestall“ mausert sich zum „Kultur- und Traditionstreff“

Neues Domizil des Heimatvereins wird am 10.August mit einem „Wissgoadefest“ eingeweiht


BEUERN (sbu). Hier sorgte einst der Beuerner Gemeindebulle für glückliche Kühe. Waren die Schweine in den Ställen fett genug, gingen sie hier auf die Waage. Im kleinen Türmchen trockneten die Wasserschläuche der Feuerwehr. Unter dem Dach maßen die Schützen ihre Treffsicherheit. All das ist Geschichte. Denn aus dem architektonisch reizvollen Basaltbau Bersröder Weg 3 – im Volksmund „Ossestall“ genannt – ist in knapp zwei Jahren ein dörfliches Schmuckstück entstanden: „Kultur- und Traditionstreff“ heißt das neue Domizil des aktiven Heimatvereins Beuern. Gefeiert wird die Fertigstellung am 10.August mit einem „Wissgoadefest“.

 

Das bauliche Kleinod am Krebsbach stammt aus der Zeit um 1900. Ein Baugerüst weist darauf hin, dass die Außenmauern derzeit saniert werden, denn auch am harten Beuerner Basalt nagte der Zahn der Zeit. Vereinsmitglieder und auch andere geschickte Hände regten sich, damit der „Ossestall“ bis zur Einweihung in vier Wochen in neuem Glanz erstrahlt.

Im ehemaligen Bullenstall und im Wiegeraum war in den letzten Jahren schon allerhand landwirtschaftliches Gerät gesammelt und geordnet worden. Für altes hauswirtschaftliches Inventar war da bald kein Platz mehr. Als der Schützenverein auszog, bot sich im Erdgeschoß Platz für die Einrichtung einer „Goud Stobb“, die ihre Bewährungsprobe bei kulturellen Veranstaltungen längst bestanden hat. In diesem Jahr waren das „En Owed eann de Speannstobb“ und eine Lesung mit Siegwarth Roth aus seinem Buch „Geschlechterzores“.

 

Nach dem glanzvollen Dorfjubiläum 2005 übernahm der Heimatverein das Erbe des Vereins 800 Jahre Beuern. Ohnehin waren die Mitglieder beider Vereine nahezu identisch. Der Heimatverein, der einmal auch den Fremdenverkehr im Krebsbachtal ankurbeln sollte, sich dann aber der Erkundung der engeren Heimat und der Aufarbeitung seiner Geschichte verschrieb, stellt sich mit der Übernahme des „Ossestall“ einer neuen Aufgabe. Zwischenzeitlich trat er auch mit großem Erfolg mit dem „Quoatschefest“ (2006), einem bunten Heimatabend, dem Seniorennachmittag, dem Adventsmarkt und einer Wanderung nach Allendorf/Lumda (alles 2007) in Erscheinung.

Das markante Gebäude unweit des Krebsbaches gehört der Gemeinde Buseck. Es wurde 2006 dem Heimatverein zur Verfügung gestellt. Die zwei folgenden Jahre nutzten die aktiven Mitglieder, den ehemaligen Schießstand unter dem Dach zu sanieren und für die musealen Sammlungen und Schriften des Vereins herzurichten. Hier ist all das zu finden, was zu einem ländlichen Haushalt gehörte, vom „Fettdebbe“ über das „Kanapee“ und das Waschbrett bis hin zum Spinnrad und Milchzentrifuge. Dass die Beuerner in den Steinbrüchen, Mühlen, in der Holzverarbeitung und in der Zigarrenfabrik ihr Brot verdienten und bis weit über Oberhessen hinaus auch mit „Dippe“ handelten, wird mit der Sammlung anschaulich demonstriert. Nebenbei dient der Raum auch als Probebühne für die Theatergruppe.

Das „Wiesgoadefest“ am 10. August bietet erstmals die Gelegenheit, die geschichtsträchtige Einrichtung in Augenschein zu nehmen. Das Fest beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst im Freien. Um 11.45 Uhr findet dann die offizielle Einweihung der oberen Räume statt. Anschließend sorgen die „Busecker Volksmusikanten“ für Stimmung und ab 12 Uhr gibt es ein deftiges Mittagessen. Den Nachmittag gestalten die „Beuerner Tanzflöhe“, die Theatergruppe des Heimatvereins, die Drehorgelspieler und die „Allertshäuser Feldhasen“ mit Musik und Gesang.