Siegward Roth las aus seinem Buch " Geschlechterzores“

In seiner Reihe, Lesungen im „Alten Faselstall“, konnte der Heimatverein bei seiner ersten Veranstaltung, fast 50 Gäste in den neu gestalteten Räumen begrüßen.
Wer Siegward Roth, bekannt durch sein mitwirken bei der Musikgruppe „Fäägmeel“ kennt, weiß, dass er sich in der mittelhessischen Mundart zu Hause fühlt. Männer und Frauen kommunizieren anscheinend auf verschiedenen Wellenlängen, da bleibt es nicht aus, dass es immer wieder zu Missverständnissen kommt. Im Umgang mit den „Weibsleut“ werde man von starken Irritationen heimgesucht, meinte Roth, der seinen Zuhörern und Zuhörerinnen einige handfeste Beispiele aus seinem Buch lieferte.
Die Geschichte mit dem „Platzdeckchen“ und „ Innersetzer“ sowie die humorvolle Sache mit dem „Blähbauch“ waren handfeste Beispiele von Irritationen zwischen Mann und Frau.
Pointiert folgte die Geschichte von der Wildsau, die die Frau umzingelt hatte. „ Däi mächt als vo hinne so erim un kimmt dann vo voarne met Karracho of dich zou“, schilderte die Frau. Wie kann man von einer einzelnen Wildsau umzingelt sein? „ Er“ im verzweifelten Versuch , weibliche Logik zu verstehen.
Nach einer kurzen Pause, in der die Gäste mit Getränken, gut belegten und frisch gebackenen Laugenstangen versorgt wurden, folgte der zweite Teil der Lesung.
Hier widmete sich Roth der spärlich vertretenen Männerwelt und verteilte wertvolle Tipps im Umgang mit dem anderen Geschlecht. Schlüsselreize waren die Beispiele „Knitterhemd“ und „Boeuf Stroganoff“, in denen die Frau den Mann, auf dem feinen Grad zwischen Hilflosigkeit und Souveränität bewegend, unter ihre Fittiche nehmen soll.
„Ich wiege mich jetzt, du gibst ja doch keine Ruhe“ war das Fazit der Frau, nachdem sie den Mann gefragt hatte, ob sie zu dick sei und ein wochenlanger Disput um das Wiegen auf der neuen Waage entstanden war.

Das Publikum zeigte sich der Sprache bestens gewachsen, wenn auch hier und da, nach dem Kauf des Buches zu hören war, dass Mundart zu lesen nicht ganz einfach sei, selbst für Geübte nicht.

Die Gäste waren begeistert und freuen sich schon heute auf die nächste Veranstaltung im liebevoll gestalteten „ Alten Faselstall“

Der Vorstand