Lina Schäfer mit 94 Jahren älteste Teilnehmerin
Verein 800 Jahre Beuern richtete Seniorennachmittag aus

Buseck
(siw). Den am Sonntag in der Willy-Czech-Halle in Beuern veranstalteten Senioren-Nachmittag richtete der Verein 800 Jahre Beuern e. V. aus. Der Vereinsvorsitzende Dieter Schäfer begrüßte die Gäste. Walter Czech führte durch das Programm, welches er mit Rita Mattern, Inge Volk und Günther Maier zusammengestellt hatte. Bürgermeister Erhard Reinl erinnerte an die zahlreichen Jubiläumsveranstaltungen und insbesondere an den „Stehenden Festzug" der gerade für die Seniorinnen und Senioren viel Interessantes bot und Erinnerungen an die eigene Kindheit weckte. So manchem älterem Mitbürger sei dabei „das Herz aufgegangen“ und „ei weeste noch domuls, des woar doch...“ war ein oft vernommener Ausspruch. „An Vergangenes zu denken, dies der Nachfolgegeneration weiterzugeben, in der Hoffnung, dass die Enkel aus den Erfahrungen ihrer Groß- und Urgroßeltern lernen können, ist sicherlich ihr Bestreben und ihre Freude, wenn auch nur ein Teil ihrer Erfahrungen auf fruchtbaren Boden fällt,“ so der Bürgermeister.
Die Ehrungen der ältesten Seniorinnen und Senioren nahm Bürgermeister Reinl gemeinsam mit Dieter Schäfer und dem Ortsvorsteher Siegfried Otto vor. In seinem Grußwort hatte der Ortsvorsteher ein Zitat von Pearl S. Buck eingeschlossen: „Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.“ Ein weiteres Grußwort sprach Heinrich Hainmüller, der Vorsitzende des Behinderten- und Seniorenbeirates.
Mit 94 Jahren war Lina Schäfer die älteste Seniorin in der Czech-Halle, gefolgt von Anna Liske mit 91 Jahren und Margarete Kumpf mit 90 Jahren. Der 89-jährige Karl Hans Sickenius war der älteste männliche Teilnehmer. Weiterhin geehrt und mit einer Flasche Saft bedacht wurden Gretchen Schneider (87 Jahre), Katharine Bellof, Wilhelm Henß und Karl Schwalb, alle 85 Jahre alt.

„Damit ihr auch etwas Leckeres zum Trinken zu Hause habt, wenn eure Kinder zu Besuch kommen, gibt es vom Verein 800 Jahre Beuern noch eine Flasche Wein dazu,“ sagte schmunzelnd Dieter Schäfer, der Sohn von Lina Schäfer.
Eine Durchsage von Hilde Burk über den „Dorfrundfunk“ stimmte auf das abwechslungsreiches Programm ein, welches mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Am Hollerstrauch“ begann. Dieses sowie die später gesungenen Lieder „Im schönsten Wiesengrunde,“ „Schön ist die Jugend“ und „Gold und Silber lieb ich sehr“ wurden von Rita Mattern auf dem Akkordeon begleitet. „Mitten aus dem Leben“ schöpften Marga Wißner und Brigitte Krämer und erfreuten bei drei Auftritten mit lustigen Sketchen in Mundart. Der ebenfalls anwesende Pfarrer Stefan Becker dürfte sich besonders bei folgender Szene angesprochen gefühlt haben. „Der gute Hirte bleibt bei seinen Schafen,“ predigte der Pfarrer von der Kanzel herab. Daraufhin die Reaktion des Schäfers: „Komm Bello, wir gehen, der da oben fängt an zu stänkern.“

„... ich soll doch in de Kaste“
hieß es beim von Helma und Paul Hanl gespielten Sketch. Die Rede war vom Kaste, in den me drei Woche rinkimmt, wenn me heirate will. Die heiratswillige „Gäsbock-Marie“ nahm dies nur allzu wörtlich und brachte damit den Standesbeamten einem Nervenzusammenbruch nahe.
„Ein Jäger längs dem Weiher ging“ sang eine Gruppe des Gesangvereins Bruderkette unter Leitung von Klaus-Jürgen Grün. Der Jäger wurde vom Geist des Vorabends Rudi Fleißner gemimt. Die Jazztanzgruppe der Jungen Frauen des TSV Beuern unter Leitung von Pia Sommerlad brachte mit ihren Trachten Farbe und ihrem Tanz „ ... und jetzt geht die Post ab“ Bewegung auf die Bühne der mit Blumen, Kürbissen, einer Vogelscheuche und beleuchteten Dickwurzköpfen wunderbar herbstlich dekorierten Willy-Czech-Halle.
Ein Gesangs-Quartett, bestehend aus den geschulten Stimmen von Inge Maier, Agnes Walther, Hermann Steinmüller und Wolfgang Fuhr, erfreute mit den Liedern „Herbstfarben,“ „Nein, aber nein (Wankelmut ist zu gar nichts gut)“ und „Hab’ oft im Kreise der Lieben.“
Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken ging es im Programm mit „dem Bürschle“ und Willi Hofmann und Wolfgang Fuhr weiter. Inge Volk, Agnes Walther und Inge Maier sangen „Es waren zwei Königskinder,“ den „Pfannenflicker“ gaben Gerda Ilg und Kurt-Heinz Allmeroth und ein Gedicht zum Nachdenken verlas Inge Volk. Natürlich durfte auch nicht der „Senior mit der Mundharmonika“ Hans Hofmann fehlen.

Buseck, 30. Okt. 2005
Siglinde Wagner