"Bunte Vielfalt in Gassen und Höfen"

Trotz Dauerregens kamen gestern Tausende Besucher zum stehenden Festzug

Der stehende Festzug am gestrigen Sonntag in Beuern bildete zweifelsfrei den Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 800 jährigen Dorfjubiläum. Eindrucksvoll stellten die Beuerner eine gut funktionierende Dorfgemeinschaft unter Beweis und beleuchteten eingehend die eigene Geschichte. Zeugnis vom Ursprung der Ortschaft, dem Untergang der Burg Hagen und dem Schicksaal der edlen Burgfrauen vermittelte die auf einer Puppenbühne aufgeführte "Ballade" musikalisch untermalt durch den Männerchor des "Polyhymnia-Liederkranz"

Unter Glockengeläut zog eine Hochzeitsgesellschaft in der Tracht aus der Zeit um 1900 gleich mehrmals zur evangelischen Kirche. Das Ehestandslied wurde gesungen, und Brigitte Krämer erzählte in der Kirche von Hochzeitssitten und Gebräuchen. Dazu passend der Brautwagen "anno 1899" der Großen Busecker Landfrauen und des Heimatkundlichen Arbeitskreises am Ausgangspunkt in der Borngasse.

 

Bestückt war dieser mit über 500 Aussteuerteilen, die einer jungen Ehefrau damals als Mitgift in den bäuerlichen Ehestand mitzugeben waren.
Noch tiefer in die Geschichte eintauchen konnten interessierte Besucher bei der Ausstellung im Foyer der Volksbank. Neben den Urkunden der Ersterwähnung von "Buren" vor 800 Jahren waren hier Fundgegenstände aus Hügelgräbern der näheren Umgebung und eine Ausstellung "Geld im Wandel der Zeit" zu sehen.

In den Höfen im Ortskern wurden alte Handwerksberufe und Handarbeiten anschaulich demonstriert. Man konnte Kunsthandwerkern bei der Arbeit über die Schulter schauen, sich über Kleinkunst und Kunstgewerbe einst und heute informieren.
"Fünfhausen" wurde zur landwirtschaftlichen Zone erklärt.

 

Hier brummte eine alte Dreschmaschine, es wurde per Hand mit Flegeln gedroschen. Auch eine "Fägmehl" wurde vorgeführt und man ließ sich ein Erntefrühstück schmecken. Im Pfarrhof befand sich eine Kartoffeldämpfmaschine im Einsatz. Traktoren vergangener Zeiten und Motorrad-Oldtimer erweckten das Interesse vor allem bei den männlichen Besuchern.
"Schule gestern-Schule heute" lautete das Projekt der Grundschule, das mit einer umfangreichen Broschüre seinen krönenden Abschluß fand.

Die Beuerner Ortsvereine präsentierten sich auf vielfältige Weise. die Busecker Partnergemeinden waren mit dem Musikzug aus Molln und den Majorettentänzerinnen aus Tat vertreten. Der Hansa Volksmusikverein Gießen, die Musikschule Biebertal, die Jagdhornbläser aus Weitershein und der singende Stammtisch aus Großen Buseck sorgten für den Ohrenschmaus, während die Tanzgruppe des TSV Beuern, die Seniorentanzgruppe, die Trachtengruppen aus Nonnenroth und Burkhardsfelden für den Augenschmaus zuständig waren.

Für das leibliche Wohl war -zum Teil themenbezogen- bestens gesorgt, und auch die kleinen Besucher fanden bei dem bunten Treiben unter rund 80 Angeboten viel Spaß und Unterhaltung. Der 2002 gegründete Verein "800 Jahre Beuern" hat sein Ziel erreicht und Beuern ein würdiges Jubiläum bereitet" stellten der Vorsitzende Dieter Schäfer und der Organisationsleiter Wolfgang Schäfer zufrieden fest.

 

Und dies können zigtausende Besucher des "stehenden Festzuges" nur bestätigen. Für sie hat sich der Besuch im schönen Beuern im Krebsbachtal auf jeden Fall gelohnt.

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