Offizielle Eröffnungsveranstaltung
Geschichte und Geschichten, Lustiges und Ernstes aus den Anfängen unseres Dorfes

Samstag, 5.März 2005
20 Uhr in der Willy Czech Halle Beuern

Mit dem GV Bruderkette
dem GV Polyhymnia-Liederkranz
Einer Tanzgruppe des TSV, Einer
Laienspielerschar, der Gruppe "Brummtopf"
sowie Gästen und Ehrengästen

Bilder davon sehen Sie hier

 

Titelsponsor, Eröffnungsabend:

"Ein lustiges Volk" feierte Auftakt zur 800-Jahre Beuern

"Jo, mir sei Beuerner, mir sei näit oam, mir sei näit reich; mir sei a lustich Volk, doas sieht doch jeder gleich./ mir huu kee Firz eam Kopp, mir sai näit imgewaadt,/ mir basse iän die Welt, doas is bekaat"

 

Das ist der Refrain zum Mitsingen am Ende der Ballade, die während der offiziellen Eröffnung der 800-Jahr-Feier Beuern ihre Uraufführung erlebte.
Das Werk in 4 Bildern floss aus der Feder von Günther Maier, die Musik entstammte Moritatengesängen, die früher auch in der Spinnstube erklangen. Walter Otto verstand es, die Festversammlung immer aufs neue auf den Refrain einzustimmen, der in Beuerner Mundart verfasst ist und schnell zum "Ohrwurm" für das Jubiläumsdorf aufsteigen könnte.

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts sah sich das Kloster Wirberg genötigt, die Ländereien im Busecker Tal (eine Schenkung der Erbinnen Manegolds) und den Besitz "Hagen apud Buren" (Hagen bei den Häusern) zu veräußern, weil sie diesen nicht mehr gegen die Übergriffe der Busecker Herren oder des Landgrafen von Thüringen schützen konnten. Probst Wigand (Wirberg) bietet die Güter dem reichen Zisterzienser-Kloster Arnsburg mit Prior Meffried an. Es kommt zu einem Kaufvertrag, in dem ein "buren" am Fuß des Burghains im Krebsbachtal genannt wird. Die Urkunde trägt kein Datum, fällt aber in das Wirken von Meffried in Arnsburg (1203 bis 1219). Deshalb wurde das Gründungsjahr 1205 gewählt und das ist jetzt auch amtlich, weil auch wahrscheinlich.

 

Das Geschehen wurde von Dieter Schäfer, dem Vorsitzenden des "Vereins 800 Jahre Beuern", der Jazztanzgruppe des TSV,mit dem Leitmotiv "der Verkauf der Güter" lebensnah in Szene gesetzt und dazu trugen die Laienschauspieler aus Beuern mit großem Einsatz bei, die zusammen mit weiteren Mimen auch der späteren Ballade zu Ehre gereichten.

 

"So könnte es gewesen sein", kommentierte Schäfer sein Werk, als er gleich darauf die große Schar der Gäste begrüßte. Bürgermeister Erhard Reinl überbrachte als Schirmherr Grüße. Er dankte allen, die sich um Beuern verdient gemacht haben. "Rückbesinnung heißt auch Orientierung für die Zukunft", betonte er. Beuern war in den Zeiten des Adels ein unverzichtbarer Teil der Herrschaft, heute sei es ein unverzichtbarer Teil der Großgemeinde Buseck.

Durch die Jubiläumsfeierlichkeiten würden auch die Neubürger mit der Geschichte ihrer Wahlheimat vertraut und damit werde für sie die Basis geschaffen, sich mit ihrer neuen Heimat zu identifizieren, so Reinl. Weitere Grußworte sprachen Ortsvorsteher Siegfried Otto und Landrat Willi Marx, der als Beuerner Neubürger davon überzeugt ist, "daß das Festjahr ein voller Erfolg wird, weil sich alle Vereine, Bürgerinnen und Bürger

 

einbringen". Unter den weiteren Ehrengästen war auch der Bürgermeister der Partnergemeinde Tát, Lajos Szenes, der mit Unterstützung seiner Dolmetscherin Ottilia Barina-Bankuti Gastgeschenke austauschte.

 

Der Gesangverein Bruderkette trug mit "Festhymne" und "Abschied vom Walde", der Gesangverein Polyhymnia-Liederkranz mit "Konrad" (Loss die madde stieh) und "Heimat" (Wo auf des Tales schmalem Weg), beide unter der Leitung von Klaus-Jürgen Grün, zum Gelingen des Abends bei.

Sehr gut ins Programm passten auch die Darbietungen der Marktsänger und -Tänzer "Brummtopf" aus Krofdorf-Gleiberg mit Liedern und Tänzen aus vier Jahrhunderten, dargeboten in historischen Kostümen. "Tänze von Einst und Jetzt" war die Jubiläumsgabe der Jazztanzgruppe des TSV. Über Menuett und Charleston führten sie in die jüngere Musik- und Tanzszene mit Rock´n Roll und Discosound. Pia Sommerlad ist hier der Garant für konstante Leistungen. Walter Czech führte als Moderator mit launigen Worten durch das Programm, das dem Anlaß würdig war.

(Gießener Anzeiger 07.03.2005)
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